Wochenrückblick 24:2016

Islam-Infostand angegriffen und mit Schweinefleisch beworfen * Italienische Zeitung vergibt Freiexemplare von „Mein Kampf“ * Kölner Dom: Reliquie von Johannes Paul II. gestohlen * Hindu in Bangladesch ermordet * Vorsitzende der „Frauen von der Mauer“ vor Klagemauer festgenommen * Burkiniverbot im Hallenbad

  • In der Dresdner Innenstadt wurden die Betreiber eines Infostand der türkisch-islamischen Gemeinde bleidigt und mit Speckwürfeln beworfen. Eine Gruppe von 15 Personen näherte sich dem Stand, beschimpften die Anwesenden und skandierten „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Ein 18-Jähriger, der dazwischen ging, wurde von einer Frau der Gruppe ins Gesicht geschlagen. Die Polizei hat die Gruppe noch am gleichen Abend gefunden, hat die Personalien aufgenommen und ermittelt  wegen Beleidigung und Körperverletzung. Laut Angaben in sozialen Medien soll Tatjana Fensterling von Pegida beteiligt gewesen sein. Sie gibt an, dass sie Zeugin des Vorfalls war.
  • Die italienische Zeitschrift Il Giornale hat Exemplare von „Mein Kampf“ als Ergänzung zu einer Beilage der Samstagausgabe ausgegeben. Die Ausgabe des Buches enthält kritische Anmerkungen eines italienischen Historikers und soll nach Aussage der Zeitschrift dazu dienen, das „Böse“ zu studieren und dessen Rückkehr zu verhindern. Allerdings stieß die Aktion der Zeitung nicht auf viel Begeisterung: Premierminister Matteo Renzi verurteilte sie als „schmutzig“ und solidarisierte sich mit der israelitischen Gemeinde, die Il Giornale vorwirft, mit „Mein Kampf“ ihre Verkauszahlen in die Höhe treiben zu wollen.
  • Aus dem Kölner Dom wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Reliquie von Johannes Paul II. entwendet. Der Stoff mit einem Blutstropfen des vormaligen Papstes war in den Sockel einer Statue von ihm eingelassen. Der ideele Wert des Stoffes ist natürlich enorm im Vergleich zu seinem Materialwert, weshalb der Kölner Domprobst Gerd Bachner den Dieb aufrief, die Reliquie zurück zu geben.
  • Die Mordserie an Andersdenkenden reißt in Bangladesch nicht ab: Der 60-jährige Nitya Ranjan Pandey engagierte sich als Freiwilliger in einem hinduistischen Tempel und wurde auf der Straße niedergestochen. Es ist bereits der vierte Mord in der vergangenen Woche. Die drei anderen Opfer waren ein hinduistischer Priester, ein christlicher Ladenbesitzer und die muslimische Frau eines Anti-Terror-Beamten. Seit Februar 2015 hat es bereits 30 Morde gegeben, die Mehrheit der Opfer waren Blogger, Akademiker und Herausgeber. Zu vielen der Morde bekannten sich islamistische Organisationen wie der IS und al-Quaida oder deren lokale Ableger. Die bangladeschische Regierung verneint noch immer die Existenz solcher lokaler Extremisten und die Ermittlungen laufen trotz einer ausgeschriebenen Belohnung schleppend.
  • Im bayerischen Neutraubling in der Nähe von Regensburg hat ein Hallenbad das Tragen von Burkini verboten. Eine Frau hatte während des Frauenbadetages einen Burkini getragen und einige Badegäste hatten sich darüber beschwert. Nun hat der Betreiber des Schwimmbades auf die Benutzungssatzung verwiesen, in der das Tragen von Badehose, Badeanzug oder Bikini vorgeschrieben ist. Aus hygienischen Gründen schließe das Taucheranzüge, aber auch Burkini aus.

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