Christus statt Allah – Konversion muslimischer Geflüchteter

Flüchtlinge auf der Balkanroute, Ungarn 2015. (Quelle: Gémes Sándor/SzomSzed via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Flüchtlinge auf der Balkanroute, Ungarn 2015.

Von wegen Islamisierung: Seit der „Flüchtlingskrise” erfahren christliche Denominationen in Deutschland regen Zulauf von Geflüchteten. Besonders Muslime neigen der christlichen Lehre zu und Taufen haben in den letzten Jahren enorm zugenommen. Doch warum konvertieren muslimische Flüchtlinge zum Christentum?

Genaue Zahlen gibt es leider keine, nur Schätzungen wieviele muslimische Geflüchtete zum Christentum konvertieren. Doch dieses Jahr wird die persische Gemeinde in Berlin voraussichtlich 600 und die Dreieinigkeitsgemeinde fast 200 Konvertiten in ihren Gemeinschaften begrüßen. Die angebotenen Glaubens- und Taufkurse sind ausgebucht, Massentaufen finden auch schon mal in Berliner Schwimmbädern statt.

Aus Sicht des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) stellt jede Taufe eines Flüchtlings einen „selbstgeschaffenen Nachfluchtgrund” dar. Das bedeutet, konvertiert ein Geflüchteter und würde dafür in seinem Heimatland verfolgt werden, besteht umso mehr Anlass ihm Asyl zu gewähren. Doch es wäre falsch anzunehmen, dass jeder Geflüchtete, der sich taufen lässt, nur aus diesem Grund konvertiert. Nach Aussage der Pfarrer der betroffenen Gemeinden bleiben nämlich über 90% der Konvertiten auch nach der Taufe ihren gewählten Kirchen treu.

Viele der Konvertiten haben sich in ihren Heimatländern bereits mit anderen Religionen oder mit dem Christentum im Speziellen beschäftigt. Einige wollen der Assoziation des Islam mit Gewalt und Angst entfliehen. In Deutschland angekommen, sehen sie die Möglichkeit der Konversion, denn in vielen muslimischen Ländern steht der Glaubensübertritt für Muslime immer noch unter Strafe. Doch auch wenn den Geflüchteten in Deutschland freie Religionsausübung garantiert wird, droht ihnen die Konversion auch hier Probleme zu machen.

Viele Muslime stehen einem Austritt aus dem Islam sehr kritisch gegenüber. Das erschwert den Konvertiten das Leben den Flüchtlingsunterkünften. Sie werden ausgegrenzt, beleidigt oder im schlimmsten Fall sogar physisch angegriffen. Auf jeden Fall verlieren sie wertvolle soziale Bindungen, die von Beziehungen in der kirchlichen Gemeinschaft nicht ohne weiteres ersetzt werden können. Trotzdem ist es den Konvertiten den Übertritt zum Christentum wert.

Die christlichen Kirchen in Deutschland haben sich darauf eingestellt und bieten Informationen zur eigenen Organisationen beispielsweise auch auf Arabisch oder Farsi an. Evangelikale Kirchen gehen häufig sehr offen mit ihrem Missionsbestreben um. Die evangelischen und katholischen Gemeinden sind jedoch deutlich zurückhaltender in ihrem Werben um neue Mitglieder. Sie sind bestrebt, den Dialog mit muslimischen Gemeinden und Organisationen nicht zu belasten.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.