Wochenrückblick 27:2016

Geiselnahme in Bangladesch: IS verantwortlich? * Neues jüdisches Gemeindezentrum in Nürnberg * Gewaltsame Auseinandersetzungen auf dem Tempelberg in Jerusaelm * Grundstückgeschenke für Moscheebau * Gescheitertes Moscheebauprojekt in München * Ermordung eines koptischen Priesters * Restauration des „siebenten Engels“ der Geburtskirche * Kein Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen in Bayern mehr * Neue Sicherheitsmaßnahmen für Haddsch 2016

Geburtskirche in Bethlehem. (Quelle: Berthold Werner via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Geburtskirche in Bethlehem.


  • Die Geiselnahme in einem Restaurant in Bangladesch endete mit 22 Toten, die meisten davon ausländische Zivilisten. Augenzeugenberichten zufolge handelte es sich um sieben Terroristen, welche das Restaurant stürmten und die Geiseln fast zwölf Stunden lang gefangenhielten. Die Geiselnehmer lieferten sich Feuergefechte mit Sicherheitskräften, bis das Lokal von Spezialkräften der Armee und Polizei gestürmt wurde.  In Bangladesch hat es in den letzten zwei Jahren zunehmend Angriffe und Morde an religionskritischen Bloggern, Verlegern und Nicht-Muslimen gegeben. Zu vielen der Attentate bekannte sich der „Islamische Staat“. Inzwischen gibt es jedoch auch Berichte von Ministern in Bangladesch, die eine Beteiligung des IS an der Geiselnahme verneinen, sondern die bangladeschische Organisation Jamaat Mujahideen Bangladesch verantwortlich sei. Ein Zusammenhang zwischen beiden Organsiationen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht auszuschließen.

 

 

  • In Nürnberg wurde vergangene Woche der Neubau des Gemeindezentrums für die Israelitische Kultusgemeinde eingeweiht. Der Bau bietet Platz für 300 Menschen, die jüdische Gemeinde zählt über 2.000 Gläubige. Die Gemeinde will den Neubau vor allem für Veranstaltungen wie Konzerte, Vorträge und ähnliches nutzen, die offen für alle sein sollen. An der Einweihung nahmen u. a. der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann teil.

 

  • Während des islamischen Fastenmonats Ramadan ist der Tempelberg üblicherweise für Nicht-Muslime geschlossen. Am vergangenen Mittwoch sei das Tor von der israelischen Polizei jedoch überraschenderweise für nicht-muslimische Besucher geöffnet worden. Muslime haben daraufhin heftig protestiert und wollten jüdische Besucher und andere Touristen am Betreten des Tempelbezirks hindern. Die israelische Polizei gab an, sie habe vier maskierte Jugendliche festgenommen. Der Rote Halbmond berichtet von sieben Personen, die von Gummigeschossen, Tränengas und Knüppelschlägen verwundet wurden.

 

  • Um die freie Religionsausübung zu gewährleisten plant der Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Monheim,Daniel Zimmermann, zwei Grundstücke der Gemeinde für Moscheen und Gemeindezentren zur Verfügung zu stellen. Das Bauland im Wert von ca. 850.000 Euro soll zwei muslimischen Gemeinden kostenlos überlassen werden. Dagegen regt sich in der Bevölkerung Gegenwehr, die sich insbesondere durch den schnellen Entscheidungsprozess außen vorgelassen fühlen.

 

 

 

  • Die Mosaiken der Geburtskirche in Bethlehem wurden erstmals seit der Restaurierung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit neun Jahrhundert ist es das erste Mal, dass die Mosaike gereinigt und ausgebessert wurden. Bei den Arbeiten wurde auch ein neues Mosaik freigelegt, das erstaunlich gut erhalten ist. Es zeigt einen Engel, der seinen Blick auf die Stelle richten soll, an der Jesus geboren sein soll. In der Geburtskirche gibt es bereits sechs Mosaiken mit Engeln, die ca. 1.000 Jahre alt sind und aus Blattgold, Glas und Perlmutt zusammengesetzt wurden. Die Restaurierungsarbeiten sind damit jedoch noch nicht abgeschlossen, sondern widmen sich ab jetzt den ältesten Teilen der Kirche, in denen unter Staub und Kerzenrauch von Jahrhunderten weitere Schätze entdeckt werden könnten.

 

  • Das Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen in Bayern, welches ihnen das Tragen eines Kopftuches „bei Auftritten mit Außenwirkung“ untersagte. Dies bedeutet, Referendarinnen mussten bisher bei Gericht und Zeugenvernehmungen ohn Kopftuch auftreten. Das Verwaltungsgericht in Augsburg hat diese Praxis nun gekippt und für unzulässig erklärt. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der gesetzlichen Grundlage, die für einen derartigen Eingriff in die Religions- und Ausbildungsfreiheit nicht gegeben sei. Das Urteil wurde zur Berufung an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München zugelassen.

 

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