Yom Kippur, das jüdische Versöhnungfest

Der jüdische Kalender zeigt heute den 10. Tischri (Tischri ist der erste Monat des jüdischen Kalenders). Das bedeutet es ist Yom Kippur, der „Tag der Sühne“. Neben Rosch ha-Schana, dem Neujahrsfest, ist Yom Kippur der höchste jüdische Feiertag. Beide trennen nur 10 Tage – diese dienen der Bußfertigkeit.

Der Versöhnungstag, wie Yom Kippur meist auch genannt wird, begann bereits gestern Abend und endete heute mit dem Sonnenuntergang. Es ist ein Fest des Sühnens und Verzeihens. Am Vorabend legt man alle Streitigkeiten bei und bittet um Verzeihung, wo es angebracht ist.

Der heutige Tag kann ganz traditionell in weißer Kleidung in der Synagoge verbracht werden, wo es bis zu fünf Gottesdienste geben kann. Dort wird auch das Kol Nidre rezitiert. Das Kol Nidre ist ein Gebet, dessen Ursprünge sich im Dunkel der jüdischen Geschichte verlieren, welches aber immer zu Yom Kippur rezitiert wird. Das Gebet wird gesprochen, um sich von unwissentlich oder unüberlegt geleisteten Gelübden freizusprechen.

Die Tradition, einer Ziege symbolisch die Sünden der Gemeinschaft aufzubürden und in die Wüste zu jagen (daher der Begriff des Sündenbocks), ist heute eher selten anzutreffen. Erhalten hat sich jedoch, an diesem Feiertag strengen Fastenregeln zu folgen, d. h. weder zu essen noch zu trinken und sich sexuell zu enthalten.

Der Gläubige wird an Yom Kippur entsühnt und das Urteil für das bevorstehende Jahr, welches von Gott an Neujahr geschrieben wurde, erhält nun seine Gültigkeit. Der Versöhnungstag bildet den Abschluss der Neujahrsfeierlichkeiten und ist der Höhepunkt der zehn Tage der Buße und Reue.

Quelle: Maier, Johann: Judentum. UTB, 2007.

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2 Antworten zu “Yom Kippur, das jüdische Versöhnungfest

  1. Könntest du etwas zur Sexualität und Ehe im Judentum sagen ?

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