vhs Karlsruhe: Sieben Stadträte sprechen über ihre Migrationserfahrungen

"Im Fokus": Migrationsgeschichten an der vhs Karlsruhe

„Im Fokus“: Migrationsgeschichten an der vhs Karlsruhe

Gestern lud die Volkshochschule Karlsruhe im Rahmen ihrer Sonntagsreihe „Im Fokus“ sieben Stadträte zum Gespräch in den Ulrich-Bernays-Saal ein um über Migrations-, Integrationserfahrungen und Heimat zu sprechen.

Wer eine heiße Integrationsdebatte und umstrittene Meinungen erwartete, wurde gestern nachmittag bitter enttäuscht. Denn auch wenn die geladenen Stadträte verschiedenen politischen Lagern angehören, standen die eigenen Migrationserfahrungen der Gäste im Vordergrund. Im Gespräche mit vhs-Direktor Erol Weiß berichteten Dr. Rahsan Dogan (CDU), Niko Fostiropoulos (Die Linke), Sibel Habibović (SPD), Tom Høyem (FDP), Parsa Marvi (SPD), Eduardo Mossuto (Gemeinsam für Karlsruhe) und Istvan Pinter (Die Grünen) von ihren persönlichen und beruflichen Erlebnissen als Menschen mit Migrationshintergrund.

Es waren durchgehend erfolgreiche Integrationsgeschichten, die von den Stadträten erzählt wurden. Diese Erfahrungen waren aber durchsetzt von positiven und negativen Diskriminierungen. Da wird der Deutsche wieder zum Griechen, weil die griechische Fußballnationalmannschaft Europameister geworden ist und die Deutsche zur Türkin, die lieber eine Ausbildung machen soll statt sich mit Gymnasium und Studium herumzuschlagen. Erschreckend häufig spielten Lehrer in solchen negativen Schlüsselmomenten eine wichtige Rolle. Unter Verweis auf den Migrationshintergrund wurden Schüler entmutigt, höhere Bildungswege einzuschlagen.

Ausgeglichen wurde diese Entmutigung durch engagierte Eltern, die ihre Kinder auf dem von ihnen eingeschlagenen Weg unterstützen. Hinter der Mehrheit der Migrationsgeschichten standen Eltern, die hohen Wert legen auf Bildung, auch wenn sie selbst nicht die Möglichkeit dazu hatten. Und so bleibt die Erkenntnis des Nachmittags, dass bei aller Unterschiedlichkeit der Zutaten für eine erfolgreiche Migration und Integration bestimmte Elemente immer wieder auftauchen: der Wille zur Weiterbildung, der Ehrgeiz nach mehr zu streben und ein starkes Familiennetzwerk.

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