Sukkot und Torahfreudenfest

Der Monat Tischri ist für Juden ein ereignisreicher Monat: Am Beginn wird das neue Jahr begrüßt, gefolgt vom Versöhnungsfest Yom Kippur. Am vergangenen Sonntag ist Sukkot, das Laubhüttenfest, zu Ende gegangen und heute wird mit dem Torahfreudenfest (Simchat Torah) der alte Ein-Jahres-Zyklus der Torah-Lesung in der Synagoge beendet und der neue begonnen.

Beispiel für eine Sukka; Quelle: By RonAlmog, (Flickr page) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Sukkot wird vom 15. bis 21. Tischri gefeiert, was in diesem Jahr auf den 1. bis 7. Oktober fiel. Es ist das Fest des Einsammelns, denn es dient dem Dank für eine erfolgreiche Obst- und Weinernte. Daneben hat das Fest aber auch ein zweite Bedeutung: als Erinnerung an die Wanderung durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten. Weil die Juden zu jener Zeit nicht in festen Hütten lebten, wohnt man zu diesem Fest in Laubhütten (Sukkot, Einzahl Sukka).

Eine Sukka soll ein lockeres Dach aus Zweigen, Stroh oder Reisig haben, welches dicht genug ist, dass sie bei Sonne überwiegend schattig ist, aber locker genug, um nachts Sterne hindurch sehen zu können. Zu Sukkot soll man so viel Zeit wie möglich in der Laubhütte verbringen und über die Torah lernen, doch da es zu dieser Jahreszeit in unseren Breiten bereits empfindlich kühl werden kann, wurde das Gebot, in der Hütte zu wohnen, erleichtert: Man solle nur die Mahlzeiten dort einnehmen.

Die ersten zwei Tage des Sukkot sind Feiertage, der 3. bis 7. Tag sind sogenannte Halbfeiertage, d. h. die Vorschriften der Feiertage sind gelockert, z. B. darf man während eines Halbfeiertages arbeiten, wenn es nicht möglich ist, diese Tage ohne finanziellen Verlust freizunehmen. An die Tage des Sukkot schließt sich ein Schlussfest (Schmini Azeret) an, welches in der Diaspora zweitägig ist und sich damit mit dem Torahfreudenfest überschneidet.

Das Torahfreudenfest wird am 23. Tischri gefeiert und markiert das Ende und den neuerlichen Anfang des Zyklus‘ der Torah-Lesung. In einem Jahr wird die Torah in der Synagoge in den Gottesdiensten einmal komplett rezitiert. Das Torahfreudenfest begeht feierlich das Ausheben und Rückstellen der Torahrollen und wird begleitet von Gesang und Tanz. Den Torahlesern wird damit an diesem Tag eine besondere Ehre zuteil: Der letzte Teil des alten Zyklus‘ wird vom sogenannten Torahbräutigam gelesen und der Schöpfungs- oder auch Anfangsbräutigam liest den ersten Teil des neuen Torahzyklus‘.

Quellen: Maier, Johann: Judentum. Göttingen, 2007.

Zentralrat der Juden: Sukkot.

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