Chanukkah – wie Weihnachten, nur ganz anders

Der historische Hintergrund: Eroberung und Aufstand

Dass Chanukka sich über acht Tage erstreckt, hängt mit dem Ölwunder zusammen, welches dieses Fest begründet.  Dieses Ereignis geht zurück auf die Zeit nach dem Tod Alexanders des Großen.

Judäa war bis 200 v. u. Z. Teil des Reiches der Ptolemäer, ein Drittel des alexandrinischen Reiches, welches nach dem Tod Alexanders geteilt worden war. Durch die Eroberungen Antiochus‘ III. des Großen wurde Judäa Teil des Seleukidenreiches. Der Herrscher garantierte den Juden die Ausübung ihrer religiösen Vorschriften. Unter seinem Nachfolger Antiochus IV. Epiphanes (‚der Erscheinende‘) veränderte sich die Situation jedoch grundlegend: Da der Ausbau seiner Macht und der Grenzen seines Reiches von den Römer eingeschränkt wurde, verstärkte Antiochus die Hellenisierung im Inneren seines Herrschaftsbereichs. Er brachte 167 v. u. Z. Jersualem unter seine Kontrolle, begründete es als Polis, verbot den Jahwekult und ging so weit, den jüdischen Tempel zum Zeustempel umzuweihen. Noch im gleichen Jahr begann der Aufstand der Juden. Ihr Anführer war Mattatias, ein Abkömmling der Hasmonäer, einer bedeutenden Priesterfamilie, die auf den Bruder Moses‘, Aaron, zurückgeht. Er verweigerte ein Opfer nach griechischer Art und tötete einen königlichen Gesandten. Damit wurden die Ereignisse losgetreten, die heute als Makkabäeraufstand bekannt sind. Benannt wurde der Aufstand nach Judas Makkabäus, dem Sohn Mattatias‘, der nach dem Tod des Vaters 166 die Führung des Aufstandes übernahm. Im Jahr 165 v. u. Z. endete der Aufstand mit der Eroberung Jerusalems.

Der Tempel jedoch war verunreinigt. Schweine waren dort als Opfer dargebracht worden, das Öl und die Menora waren verunreinigt. Es fand sich nur eine noch durch den Hohepriester versiegelte Flasche mit Öl. Die Menge reichte aus, um einen Leuchter einen Tag lang zu versorgen. Es dauert jedoch etwa acht Tage, neues, reines Olivenöl herzustellen. Wunderbarerweise hielt das letzte Öl jedoch nicht nur einen, sondern acht Tage. Damit war es möglich, neues herzustellen und den Tempel zu reinigen und wiederherzustellen. Der Tempel wurde am 25. Kislew 164 v. u. Z. neu geweiht. Im darauffolgenden Jahr wurde der 25. Kislew als Anfang eines neuen Feiertages begangen, als Lichterfest Chanukka, das dem Ölwunder beim Wiederaufbau des Tempels gedenkt. Und diese Ereignisse werden mit dem Entzünden der Lichter der Menorah bis heute gewürdigt.

 Quellen: Kitov, Eliahu: Das jüdische Jahr. Jerusalem 1987. S. 36-73.

Yavetz, Zvi: Die Juden und die Großmächte der Alten Welt. In: Kedourie, Elie (Hrsg.): Die jüdische Welt. München 2002. S. 89-107.

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