Habemus Papam Franciscum!

Um 19:33 Uhr Ortszeit war dies der erste Tweet des neuen Papstes, Franziskus I. Noch gestern betrat der jetztige Papst das Konklave als Kardinal Jorge Mario Bergoglio. Nach fünf Wahlgängen kräuselte sich der weiße Rauch über der Sixtinischen Kapelle, den sowohl Katholiken aus aller Welt als auch die auf dem Petersplatz Versammelten mit Spannung erwartet hatten.

Bereits bei der Wahl Benedikt XVI. im Jahr 2005 Konklave soll Bergoglio der zweite mögliche Kandidat gewesen sein. Nun sieht sich Bergoglio, der im Vorfeld aufgrund seines Alters und seiner Gesundheit nicht zu den Favoriten gezählt hatte, den vielfältigen Herausforderungen der katholischen Kirche gegenüber: einem allgemein sinkenden Interesse am Katholizismus und einer steigenden Beliebtheit anderer christlicher Denominationen. Des Weiteren wird die katholische Kirche in den letzten Jahren immer wieder von Missbrauchsfällen und Korruptionsvorwürfen erschüttert.

Mit dem 76 Jahre alten Argentinier will die katholische Kirche wohl auch zu ihren Wurzeln zurückkehren. Franziskus gilt als volksverbunden und unbürokratisch und ist sehr aktiv in seinem Einsatz für die Armen. Bergoglio ist in Argentinien aufgewachsen, seine Eltern waren aus Italien eingewandert. Seit 1998 war er Erzbischof von Buenos Aires und 2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt. In seinen Einstellungen ist er sehr konservativ: er spricht sich, wie seine Vorgänger, gegen die Abtreibung aus und hat (erfolglos) versucht, die Legalisierung der Homo-Ehe in Argentinien aufzuhalten.

Benannt hat sich Franziskus I. nach dem Begründer des Franziskanerordens, Franz (auch: Franziskus) von Assisi. Nicht nur seine Namenswahl macht Franziskus I. einzigartig. Er ist auch der erste Nicht-Europäer, damit der erste Südamerikaner und der erste Jesuit, der zum Pontifex gewählt wurde.

Zur Wahl gratulierten ihm bereits zahlreiche Staats- und Regierungschefs rund um den Globus, darunter der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso, Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und die argentinische Staatspräsidentin Christina Fernández de Kirchner, die mit dem ehemaligen Kardinal des Öfteren aneinandergeriet.

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Eine Antwort zu “Habemus Papam Franciscum!

  1. Update: In den Medien (auch hier auf religioholic) wurde zunächst angenommen, der neue Papst heiße Franzsikus I. Doch wie der Vatikan berichtigte, ist es nur Franzsikus, ohne Zählung.

    Update: Auch im Jahresrückblick 2013 widmet sich der März ganz dem neuen Papst.

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