Wochenrückblick 2013: Woche 30

Buddhistische Skandale, päpstliche Auslandsreisen sowie Diskussionen über Homosexualität im Katholizismus und Anglikanismus – alles garniert mit einer großartigen muslimischen Animationsserie.

  • In Thailand hat der buddhistische Mönch Wirapol Sukphol einen landesweiten Skandal heraufbeschworen. Er ist vermutlich in zahlreiche kriminelle Aktivitäten verwickelt, darunter Geldwäsche, Spendenbetrug und Vergewaltigung. Aus diesen Quellen stammt wohl auch das für einen Mönch unglaubliche Vermögen von umgerechnet 25 Mio. Euro. Bekannt geworden waren der Mönch und seine Machenschaften durch ein Youtube-Video, welches ihn in einem Privatjet und mit Sonnenbrille und Designer-Tasche zeigt. Die Vorgänge um Wirapol Sukphol markieren einen Tiefpunkt im Buddhismus in Thailand, welcher sich, Kritikern zufolge, in der Krise befindet.
  • Am Montag detonierte in Myanmar (Burma) ein Sprengsatz und verletzte nach Polizeiangaben fünf Menschen. In der Nähe des Tatortes fand zu diesem Zeitpunkt eine Veranstaltung des buddhistischen Mönchs Wirathu statt, der sich öffentlich deutlich anti-muslimisch positioniert und sich bereits selbst als „burmesischer Bin Laden“ betitelte. Er ist der Führer der Gruppe 969, hat bereits zum Boykott muslimisch geführte Läden aufgerufen und ein Verbot von Ehen zwischen Buddhisten und Muslimen angeregt. Muslime würden sich derart schnell vermehren, dass sie Buddhisten verdrängen und bald die Mehrheit der Bevölkerung stellen werden.
  • Die EU hat ihrer Liste von Terrororganisationen einen weiteren Namen hinzugefügt: den militärischen Arm der Hisbollah. Hierfür bedurfte es des einstimmigen Beschlusses aller 28 europäischen Außenminister. Insbesondere bei den Vertretern Tschechiens, Maltas und Irlands gab es zunächst Bedenken, stellt die Hisbollah doch einen Teil der libanesischen Regierung. Der Beschluss der EU könnte Einfluss haben auf die empfindlichen Machtverhältnisse im Libanon. Die Hisbollah steht bereits seit längerem auf der Terrorliste der USA.
  • Papst Franziskus ist zum Weltjugendtag nach Brasilien gereist. Dort nahm er unter Anderem an den Darstellungen des Kreuzweges teil, welches die Leiden Jesus Christus‘ nachstellt. Er hielt in Brasilien zahlreiche Ansprachen, besuchte aber auch eine Favela, um mit den Bewohnern Gebete zu sprechen und gab der begeisterten Menge zahlreiche Gelegenheiten den Pontifex hautnah zu erleben. Auf dem Rückweg in den Vatikan äußerte sich der Papst auf Nachfrage auch zu seiner Haltung gegenüber Homosexualität: Er verurteile niemanden aufgrund seiner sexuellen Neigungen, homosexuelle Handlungen seien jedoch eine Sünde.
  • Auch der Friedensnobelpreisträger und ehemaliger anglikanischer Erzbischof Desmond Tutu hat sich in der vergangenen Woche zur Homosexualität im Christentum geäußert und betont, einen homophoben Gott könne er nicht verehren. Das Problem der Homosexualität sei für ihn deshalb ebenso wichtig wie die Apartheid.
  • Aufgrund der steigenden Weltmarktpreise für Metall machen Metalldiebe nicht nur vor Schrottplätzen und Bahnstrecken keinen Halt, auch Friedhöfe werden nicht verschont. Da sie sich meist an abgelegenen Orten befinden, können die Täter nachts unbemerkt Grabinschriften, Schalen und ganze Statuen entfernen.
  • In Pakistan ist eine neue Animationsserie angelaufen: Burka Avenger. Aufregend daran ist, dass es sich bei der Heldin um eine Lehrerin handelt, die des nachts in Burka bewaffnet mit Büchern und Stiften für Bildung und Respekt kämpft. (Das Video unbedingt bis zum Ende schauen, es gibt eine Abschlusseinstellung – eine Mischung aus Ninja und Batman.)

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