Wochenrückblick 2013: Woche 31

 Das Verschwinden eines Unterstützers der syrischen Rebellen, ein Messerangriff auf einen indischen Militär, die zukunftig drittgrößte Moschee der Welt und jahrhundertalte Mumien in Chile.

  •  In Syrien ist der italienische Jesuit Paolo Dall’Oglio, ein Unterstützer der Rebellion gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, verschwunden. Die näheren Umstände seines Verschwindens sind ungeklärt, daher ist auch die Spekulation, er sei entführt worden, nicht zu entkräften. Der 58-Jährige lebt seit 3 Jahrzehnten in Syrien, wurde aber 2012 aufgrund seiner Unterstützung der Rebellen vom Assad-Regime des Landes verwiesen. Trotzdem ist er seither immer wieder in Syrien gewesen, um die Rebellion zu unterstützen.
  • Für ihren Messer-Angriff auf einen indischen Militär sind in Großbritannien vier Männer verurteilt worden. Sie hatten den Generalleutnant Kuldeep Singh Brar in London auf offener Straße angegriffen. Hintergrund der Tat ist Rache für den Angriff auf den goldenen Tempel von Amritsar, den Brar 1984 anführte. Der Tempel ist das bedeutendste Heiligtum der Sikhs und radikale Sikhs hatten sich dort verschanzt, nachdem sie den Sikh-Staat Khalistan ausgerufen hatten. Die Stürmung des Tempels durch die indische Armee endete blutig und kostete über 1000 Menschen das Leben. Als Reaktion auf die Erstürmung wurde die damalige Ministerpräsidentin Indira Gandhi von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet.
  • Am Dienstag (30. Juli) ist in Israel die Makkabiade, das jüdische Pendant zu den Olympischen Spielen, zu Ende gegangen. Alle vier Jahre messen sich jüdische Sportler miteinander – dieses Jahr waren es 7.500 Athleten. Die erste Makkabiade fand 1932 statt und entstand aus der zionistischen Makkabi-Sportbewegung als Reaktion auf den zunehmenden Antisemitismus, der Juden aus Sportvereinen verdrängte.
  • Religionswissenschaftler haben diese Woche gleich zweimal in den Medien für Furore gesorgt: Zum einen das Interview mit Reza Aslan in den Fox News, zum anderen ein Bericht über Michael Blume, der aufgrund seiner religionswissenschaftlichen Arbeit ins Visier des Verfassungsschutzes geriet. Seinen persönlichen Bericht der Ereignisse findet ihr hier.
  • Zurzeit entsteht in Algerien, nach Mekka und Medina, die dritt-größte Moschee der Welt. Im Oktober 2011 erfolgte der erste Spatenstich, inzwischen ist das Fundament fast fertig. Das Gelände der Moschee und der umliegenden Gebäude umfasst 400.000 Quadratmeter und liegt östlich der historischen Altstadt Algiers. Als neues Wahrzeichen soll ein 256 Meter hohes Minarett die Stadt überragen, deren gläserne Spitze für Besucher zugänglich sein und nachts beleuchtet werden soll.
  • Von der Untersuchung der im Jahr 1999 auf dem Vulkan Llullaillaco entdeckten, mumifizierten Kinderkörper, die von den Inkas im Norden Chiles den Göttern geopfert wurden, liegen nun erste Ergebnisse vor. Die Haarproben und Reste zwischen den Zähnen der drei Kinder, zwei Mädchen und ein Junge im Alter von vier bis dreizehn, zeigen, dass sie vor ihrem Tod gut mit Nahrung versorgt wurden und Alkohol sowie Koka-Blätter zu sich genommen haben. Letztere wirken berauschend, wenn sie mit Asche gekaut werden und sind Grundlage für Kokain.

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