Wochenrückblick 2013: Woche 32 und 33

Illegale Schlachthöfe in Indien, Anschläge in Indonesien und Sri Lanka sowie die erste kirchliche Trauung eines homosexuellen Paares in Deutschland.

  • In Sri Lanka haben buddhistische Gläubige am Samstag (10.08.) eine Moschee angegriffen. Die Steine, welche die Angreifer während des Abendgebets warfen, verletzten 12 Menschen. Als Reaktion gingen Hunderte Muslime auf die Straße, teils mit Stöcken bewaffnet. Die Polizei hat bis Sonntag eine Ausgangssperre verhängt. Die Angriffe von Buddhisten auf Muslime haben im vergangenen Jahr beträchtlich zugenommen. Nach muslimischen Angaben wurden in dieser Zeit mehr als 20 Moscheen angegriffen.
  • Nachdem es im Tempelkomplex Borobodur auf Indonesien zu einer kleineren Explosion kam, die drei Menschen verletzte, wurden die dortigen Sicherheitvorkehrungen verschärft. Ein weiterer, größerer Sprengsatz war nicht hochgegangen. Auch wenn sich bisher niemand zu dem Anschlag bekannte, wird von einem Zusammenhang mit den Benachteiligungen der Rohingya-Muslime in Myanmar ausgegangen. Diese hatten im Vorfeld des Endes des islamischen Fastenmonats Ramadan, Eid al-fitr, bereits zu zahlreichen Demonstrationen geführt. Die indonesische Polizei konnte außerdem einen Anschlag auf die Botschaft Myanmars verhindern. Auch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta wurde eine Person bei einer Explosion in einer Moschee verletzt. Zum Zeitpunkt der Detonation hielten sich 300 Personen im Gebäude auf. Dass es nicht mehr Verletzte oder gar Tote gab, verdanken die Anwesenden dem Umstand, dass weitere Sprengsätze nicht explodiert waren.
  • Die erste Trauung eines homosexuellen Paares in Hessen hat in den evangelischen Landeskirchen für Furore gesorgt. Die Mehrheit der Landeskirchen (70%) bietet inzwischen eine Segnung schwuler Paare an, in den restlichen 6 Landeskirchen – darunter Hannover – werde die Möglichkeit einer Segnung diskutiert. Eine Trauung wird jedoch nur von wenigen Landeskirchen als nächster Schritt angestrebt.
  • Nach seinem Amtsantritt 2012 hatte der koptische Papst Tawadros II. Kursänderungen der koptischen Kirche angekündigt. Hatte sein Vorgänger sich in politischen Dingen bedeckt gehalten, sprach sich Tawadros II. offen gegen die Herrschaft der Muslimbruderschaft und Präsident Mursi aus und dankte dem Militär für den Putsch gegen die Regierung. Dadurch geraten Kopten immer häufiger ins Kreuzfeuer: 35 Kirchen wurden bereits angegriffen, einige davon niedergebrannt, auf dem Sinai wurde ein koptischer Priester ermordet.

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