Sikhismus I: Entstehung und Geschichte

Sikh-Familie im indischen Agra.
Sikh-Familie im indischen Agra. Die älteren Männer tragen den Turban, die jüngeren den sogenannten „Patka“. (Thomas Schoch, CC-BY-SA 3.0)

Auf Indiens Straßen erkennt man einen orthodoxen Sikh recht einfach am ungeschnittenen Bart und dem farbenfrohen Turban. Doch auch in Europa ist dieser Anblick nicht mehr fremd, denn der Sikhismus hat sich schon längst über die Grenzen seines Entstehungslandes hinaus ausgebreitet. Der Sikhismus fasziniert mit der Synthese hinduistischer und islamischer Elemente, die sich in dieser recht jungen Religion zu einem ganz eigenen Mix verbunden haben.

vhs Karlsruhe: Sieben Stadträte sprechen über ihre Migrationserfahrungen

"Im Fokus": Migrationsgeschichten an der vhs Karlsruhe
„Im Fokus“: Migrationsgeschichten an der vhs Karlsruhe

Gestern lud die Volkshochschule Karlsruhe im Rahmen ihrer Sonntagsreihe „Im Fokus“ sieben Stadträte zum Gespräch in den Ulrich-Bernays-Saal ein um über Migrations-, Integrationserfahrungen und Heimat zu sprechen.

Judentum III: Zionismus in Geschichte und Gegenwart

Theodor Herzl
Theodor Herzl. (Quelle: Wikimedia, gemeinfrei)

Die Idee, nach der das jüdische Volk ins Land Israel zurückkehrt, war bei den Juden in der Diaspora immer präsent. Die religiöse Vorstellung einer Rückkehr nach „Zion” wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Herausbildung europäischer Nationalstaaten zu einer politischen Idee mit weitreichenden Konsequenzen. Der Zionismus arbeitete auf die Gründung eines eigenen jüdischen Staates hin. Mit der Staatsgründung Israels 1948 werden jedoch auch religiöse und politische Elemente auf die zionistische Idee zurückgeworfen.

Judentum II: Jüdische Feste im Jahreslauf

Jüdischer Gemeindekalender von 1831.
Jüdischer Gemeindekalender von 1831. (Tomasz Sienicki, CC-BY-SA 5.0)

Auf den ersten Blick erscheint der jüdische Kalender verwirrend. Monate können mal 29, mal 30 Tage haben, das Jahr 12 aber auch 13 Monate und in 19 Jahren gibt es 7 Schaltjahre. Dafür wandert der Kalender harmonisch abgestimmt auf Jahreszeiten und Mondphasen durchs Jahr. Dadurch haben sich viele der wichtigen jüdischen Feste nicht nur ihren religiösen Kontext, sondern auch ihren landwirtschaftlichen Hintergrund bewahrt.

Judentum I: Einführung

Thorarolle in Köln. (Quelle: HOWI via Wikimedia Commons, CC-BY-SA 4.0)
Thorarolle in Köln.

In Deutschland leben derzeit ca. 100.000 Juden (Quelle: remid, Stand 2015). Im Fokus jüdischer Themen steht meist der Holocaust, der schätzungsweise sechs Millionen Anhängern dieser Religion das Leben kostete. Doch das jüdische Leben umfasst mehr als nur die lange, wechselvolle Geschichte der ältesten der drei abrahamitischen Religionen. Das Judentum ist eine facettenreiche Religion mit sehr unterschiedlichen Strömungen, denen gemeinsame Glaubensvorstellungen und daraus erwachsene religiöse Praktiken zugrunde liegen.

Sabbatai Zvi – Jüdischer Messias

Sabbatai Zvi. (Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Sabbatai Zvi.

In der jüdischen Geschichte ist die messianische Heilserwartung tief verwurzelt. Immer wieder gab es Personen und entstanden Bewegungen, welche die Ankunft des Messias verkündeten. Nicht zuletzt das Christentum ist aus dieser Überzeugung hervorgegangen. Die Bewegung des Sabbatianismus sorgte im 17. Jahrhundert für ein ähnliches Erdbeben, welches das Judentum in seinen Grundfesten erschütterte und bis heute nachwirkt.

Der selbst ernannte Messias Sabbatai Zvi versammelte in der Mitte des 17. Jahrhunderts eine Anhängerschaft um sich, die seine Botschaft von der Levante bis nach Mitteleuropa und Großbritannien verbreitete. Tausende bereiteten sich darauf vor, seinem Ruf ins Heilige Land zu folgen, bevor ein Turban den Lauf der Geschichte veränderte.

Die Ausweisung der Juden aus England 1290

Die Ausweisung der Juden aus Spanien ist wohl die bekannteste Vertreibung dieser religiösen Gemeinschaft, doch es ist bei weitem nicht die einzige in der europäischen Geschichte. Zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert haben mindestens 18 Länder wiederholt dafür gesorgt, dass die jüdische Bevölkerung auswandern musste. Eines dieser Länder war England, welches 1290 ein Ausweisungsedikt erließ und erst 360 Jahre später – wenn auch nicht aufhob so doch zumindest nicht mehr durchsetzte.

Ausweisung von Juden in Europa zwischen 1100 und 1600. (Quelle: Ecelan via Wikimedia Commons, Lizenz CC-BY-SA 3.0)
Ausweisung von Juden in Europa zwischen 1100 und 1600.

Rezension: „Islamische Kultur und Geschichte“ von Peter Ortag

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung hat die zweite Auflage ihres Islambuches „Islamische Kultur und Geschichte. Ein Überblick” herausgebracht. Bereits im Vorwort verspricht der Autor Peter Ortag Informationen „jenseits von mehr oder weniger begründeten Ängsten, aber auch von verklärender Orient- und Multikulti-Romantik” (S. 9). Die Lektüre des Buches verfehlt jedoch sein Ziel „durch Wissen mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Islam zu erreichen” (S. 9), vielmehr gibt es vorhandenen Ängsten Nahrung und weist zudem deutliche Schwächen in Form und Inhalt auf.

Hassan al-Banna und die Muslimbruderschaft

Hassan al-Banna. (Quelle: Wikimedia Commons)
Hassan al-Banna.

Die Reformer des Islam Jamal ad-Din al-Afghani, Muhammad Abduh und ihre Schüler haben viele Denker in der islamischen Welt beeinflusst. Dabei hat sich die Reformidee in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt. Besonders Rashid Rida legte mit seiner Ablehnung der Trennung von Staat und Religion sowie seiner Annäherung an den Wahhabismus die Grundlage für salafistisches und islamistisches Gedankengut heute. Einer der bedeutendsten Vertreter einer von Rashid Rida beeinflussten antikolonialen und streng islamischen Denkweise ist Hassan al-Banna (1906-46), welcher die Muslimbruderschaft begründete.