Schlagwort-Archiv: Naher Osten

Den Nahostkonflikt verstehen – eine Übersicht

Neben der Ukraine-Krise und dem Syrienkrieg hat im Sommer auch der Nahe Osten wieder die Schlagzeilen bestimmt. Die Entführung und Tötung dreier jüdischer Jugendlicher hat einmal mehr dazu geführt, dass die Gewalt zwischen Palästinensern und Israelis eskalierte. Die Berichterstattung wiederum hat mich dazu gebracht, mich wieder einmal näher mit dem Nahostkonflikt zu beschäftigen und habe festgestellt, dass mir zwar die einzelnen Ereignisse vertraut sind, aber der Überblick über die zeitliche Abfolge fehlt. Nachdem ich mich genügend in Kriegen, Friedensverhandlungen, Anschlägen und Annäherungen verzettelt hatte, habe ich eine zeitlich gegliederte Übersicht in Angriff genommen, die dem Nahostkonflikt von der Balfour-Deklaration 1917 bis zum jüngsten Gaza-Krieg im Sommer 2014 folgt.

Natürlich will ich euch diese Übersicht auf keinen Fall vorenthalten:

Zeitleiste des Nahostkonflikts (Anklicken für größere Ansicht)

Zeitleiste des Nahostkonflikts (Anklicken für größere Ansicht)

Ich hoffe, ihr empfindet sie als ebenso hilfreich wie ich und freue mich riesig auf Rückmeldungen und Anregungen für die Nahostkonfliktzeitleiste 2.0!

Tipp für die papieraffinen Übersichtenausdrucker unter euch: Sucht in euren Druckereinstellungen nach der Einstellung für Posterdruck, dann kann man die Übersicht lesbar auf mehreren Seiten ausdrucken.

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Peter Scholl-Latour: Umstrittener Nahostexperte und Weltenerklärer

Peter Scholl-Latour 2008

Peter Scholl-Latour 2008

Er galt als „Weltenerklärer“ (ZEIT), „gentleman adventurer“ (FAZ) und natürlich als Nahostexperte; er hat zahlreiche Länder der Erde bereist und einen Bestseller nach dem anderen geschrieben. Das hohe Lob wurde aber immer wieder begleitet von kritischen Stimmen aus Journalismus und Wissenschaft. Am vergangenen Wochenende (16.08.) ist der umstrittene Buchautor Peter Scholl-Latour nach schwerer Krankheit im Alter von 90 Jahren verstorben. Weiterlesen

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Wochenrückblick 20:2014

 Ein skurriler Fall des Oberlandesgerichtes Frankfurt, neue Bauvorhaben im Bistum Limburg, die Reise des Papstes ins Heilige Land und die Eröffnung des 9/11 Memorial Museum – um nur einige Ereignisse der vergangenen Woche anzusprechen.

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Wochenrückblick 2013: Woche 29

  • Katholiken, die dem Papst bei Twitter folgen, erhöhen ihre Chancen auf Vergebung ihrer Sünden. Wie der Vatikan mitteilte, verkürze sich nach der Beichte seiner Sünden die Zeit im Fegefeuer, wenn Gläubige ‚Follower‘ des Papstes seien. Allerdings sei diese moderne Form des Ablasshandels lediglich eine Möglichkeit, die jedoch nicht ohne einen Anteil traditionellen Glaubens auskomme.
  • Eine jüdische Organisation, deren Ziel es ist, jüdisch gläubige Lesben und Schwule zu ‚heilen‘, wurde in den USA nun wegen Verbraucherbetrugs verklagt. Vor kurzem war dies bereits einer ähnlichen Gruppe wiederfahren, die auf christliche Homosexuelle ausgerichtet war. Beiden Vereinigungen wird vorgeworfen mit dem Versprechen Homosexualität zu heilen, gelockt zu haben – Tausende Dollar für etwas, das nach allgemeiner Einschätzung nicht wirkt. Nach Meinung von Experten wird ein Urteil in diesen Fällen trotzdem schwierig, da die Aussicht auf Veränderung der sexuellen Vorlieben von einem unscharfen Begriff von Glauben abhängt.
  • US-Außenminister Kerry hat vergangene Woche in Washington neue Nahost-Friedensgespräche angekündigt. Sowohl mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas als auch Israels Präsident Benjamin Netanjahu hatte Kerry Grundlagen dür die Wiederaufnahme von Gesprächen gefunden.  Allerdings bleiben die zentralen Probleme der Stellung Jersualems und die Lage von Flüchtlingen bestehen. In diesen Fragen kann keiner der beiden Gesprächsbereiten abweichen und gleichzeitig seine politische Integrität wahren.
  • Natan Blanc ist in Israel der bekannteste Kriegsdienstverweigerer. Er bringt es mit dem Wechselspiel zwischen Einberufungsbescheid, Weigerung und dem Urteil durch einen Militärrichter, der meist zwischen 10 und 20 Tage Haft verhängt, bereits auf 160 Tage in Haft. Von seinem Vorhaben, keine Waffe in die Hand zu nehmen, kann ihn dies trotzdem nicht abbringen. Von der Gesellschaft, die fest daran glaubt, dass ein Bestehen Israels ohne das Militär nicht möglich ist, wird Blanc äußerst kritisch beäugt. Die wenigen, die den Kriegsdienst verweigern, berufen sich auf körperliche oder seelische Probleme, die ihnen von einem Arzt attestiert werden. Eine offene Weigerung so lang wie Natan Blanc hat bisher noch keiner durchgehalten.
  • In der kleinen französischen Stadt Trappes, in der Nähe von Versailles, ist es am Freitag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Grund dafür war die Polizei, die eine junge Muslimin in Vollverschleierung (Niqab) angehalten und anschließend auf die Wache gebracht hatte. Der jungen Frau war dies bereits häufiger passiert, nach ihrer Aussage jedoch noch nie derart respektlos. Aus Protest gegen das polizeiliche Vorgehen versammelte sich vor der Polizeistation eine aufgebrachte Menschenmenge, die von der Polizei unter Anderem mit Tränengas auseinandergetrieben wurde.  Das seit 2011 geltende Verbot der Vollverschleierung hat in Frankreich immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten geführt.
  • Während des Ramadan sendet der britische Fernsehsender Channel 4 den morgendlichen Aufruf zum Gebet um drei Uhr. Damit will man sich auf die positiven Aspekte des Islams konzentrieren, insbesondere nach dem Mord an einem britischen Soldaten in Woolwich. Die Übertragung ist laut Programmchef des Kanals auch als Provokation an jene gedacht, die den Islam nur mit Terrorismus und Extremismus in Verbindung bringen.
  • Im November hatte das Verfassungsgericht in Polen das Schächten von Tieren aus religiösen Gründen dem Tierschutz untergeordnet. Dies hatte ein Verbot des Schächtens zur Folge, welches von einem Gesetzesentwurf der Regierung wieder aufgehoben werden sollte. Der Entwurf wurde jedoch mit 222 Nein- gegen 178 Ja-Stimmen abgelehnt. Die jüdische Gemeinde und Polens Oberrabbiner Michael Schudrich reagierten schockiert, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder zeigte sich tief enttäuscht.

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