Schlagwort-Archiv: Twitter

Wochenrückblick 2013: Woche 29

  • Katholiken, die dem Papst bei Twitter folgen, erhöhen ihre Chancen auf Vergebung ihrer Sünden. Wie der Vatikan mitteilte, verkürze sich nach der Beichte seiner Sünden die Zeit im Fegefeuer, wenn Gläubige ‘Follower’ des Papstes seien. Allerdings sei diese moderne Form des Ablasshandels lediglich eine Möglichkeit, die jedoch nicht ohne einen Anteil traditionellen Glaubens auskomme.
  • Eine jüdische Organisation, deren Ziel es ist, jüdisch gläubige Lesben und Schwule zu ‘heilen’, wurde in den USA nun wegen Verbraucherbetrugs verklagt. Vor kurzem war dies bereits einer ähnlichen Gruppe wiederfahren, die auf christliche Homosexuelle ausgerichtet war. Beiden Vereinigungen wird vorgeworfen mit dem Versprechen Homosexualität zu heilen, gelockt zu haben – Tausende Dollar für etwas, das nach allgemeiner Einschätzung nicht wirkt. Nach Meinung von Experten wird ein Urteil in diesen Fällen trotzdem schwierig, da die Aussicht auf Veränderung der sexuellen Vorlieben von einem unscharfen Begriff von Glauben abhängt.
  • US-Außenminister Kerry hat vergangene Woche in Washington neue Nahost-Friedensgespräche angekündigt. Sowohl mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas als auch Israels Präsident Benjamin Netanjahu hatte Kerry Grundlagen dür die Wiederaufnahme von Gesprächen gefunden.  Allerdings bleiben die zentralen Probleme der Stellung Jersualems und die Lage von Flüchtlingen bestehen. In diesen Fragen kann keiner der beiden Gesprächsbereiten abweichen und gleichzeitig seine politische Integrität wahren.
  • Natan Blanc ist in Israel der bekannteste Kriegsdienstverweigerer. Er bringt es mit dem Wechselspiel zwischen Einberufungsbescheid, Weigerung und dem Urteil durch einen Militärrichter, der meist zwischen 10 und 20 Tage Haft verhängt, bereits auf 160 Tage in Haft. Von seinem Vorhaben, keine Waffe in die Hand zu nehmen, kann ihn dies trotzdem nicht abbringen. Von der Gesellschaft, die fest daran glaubt, dass ein Bestehen Israels ohne das Militär nicht möglich ist, wird Blanc äußerst kritisch beäugt. Die wenigen, die den Kriegsdienst verweigern, berufen sich auf körperliche oder seelische Probleme, die ihnen von einem Arzt attestiert werden. Eine offene Weigerung so lang wie Natan Blanc hat bisher noch keiner durchgehalten.
  • In der kleinen französischen Stadt Trappes, in der Nähe von Versailles, ist es am Freitag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Grund dafür war die Polizei, die eine junge Muslimin in Vollverschleierung (Niqab) angehalten und anschließend auf die Wache gebracht hatte. Der jungen Frau war dies bereits häufiger passiert, nach ihrer Aussage jedoch noch nie derart respektlos. Aus Protest gegen das polizeiliche Vorgehen versammelte sich vor der Polizeistation eine aufgebrachte Menschenmenge, die von der Polizei unter Anderem mit Tränengas auseinandergetrieben wurde.  Das seit 2011 geltende Verbot der Vollverschleierung hat in Frankreich immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten geführt.
  • Während des Ramadan sendet der britische Fernsehsender Channel 4 den morgendlichen Aufruf zum Gebet um drei Uhr. Damit will man sich auf die positiven Aspekte des Islams konzentrieren, insbesondere nach dem Mord an einem britischen Soldaten in Woolwich. Die Übertragung ist laut Programmchef des Kanals auch als Provokation an jene gedacht, die den Islam nur mit Terrorismus und Extremismus in Verbindung bringen.
  • Im November hatte das Verfassungsgericht in Polen das Schächten von Tieren aus religiösen Gründen dem Tierschutz untergeordnet. Dies hatte ein Verbot des Schächtens zur Folge, welches von einem Gesetzesentwurf der Regierung wieder aufgehoben werden sollte. Der Entwurf wurde jedoch mit 222 Nein- gegen 178 Ja-Stimmen abgelehnt. Die jüdische Gemeinde und Polens Oberrabbiner Michael Schudrich reagierten schockiert, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder zeigte sich tief enttäuscht.

Flattr this!

Wochenrückblilck 2013: Woche 26

  • Erste Anzeichen für eine mögliche Kurskorrektur in seiner Tibet-Politik zeigte China nun erstmals, indem bestimmten Klöstern Tibets erlaubt wurde, das Bild des Dalai Lamas als religiösen Führer zu verehren. Dies war bislang verboten und spricht für ein Umdenken in der erfolglosen Tibet-Politik Chinas.
  • Ein Student aus Bahrain wurde von einem Gericht verurteilt, weil er angeblich den König des Golfstaates beleidigt hatte. Auch wenn der Twitter-Account laut Human Rights Watch nicht eindeutig dem 17-Jährigen zugeordnet werden konnte, wurde er zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt.
  • Im tadschikischen Parlament wurde in der vergangenen Woche ein Gesetz beschlossen, welches die strenge Gesetzgebung über religiöse Erziehung weiter verschärft. Minderjährigen ist nun die Teilnahme an religiösen Aktivitäten untersagt (Ausnahme sind Beerdigungen), sie dürfen die Familie zum Beispiel nicht in die Moschee oder Kirche begleiten. Den Eltern ist es unter Strafandrohung untersagt, ihren Kindern dies zu erlauben und auch, sie religiös zu unterweisen.
  • Seit 1953 steht auf dem Whitefish Mountain in Montana, USA, eine Jesusstatue mit Skiausrüstung. Die Organisation ‘Freedom from Religion’ hatte geklagt, dass die religiöse Figur entfernt werden solle. Der zuständige Richter hat der Figur nun eine Aufenthaltsdauer von 10 Jahren zugesprochen, da sie eher weltlichen Fotoshootings diene als Gebete an ihr ausgeführt werden.

Flattr this!

Wochenrückblick 2013: Woche 4 und 5

  • In der irakischen Ortschaft Tus Chormato sind bei einem Anschlag auf eine Moschee mindestens 40 Menschen gestorben. Unter den Toten ist auch der Attentäter, der den Sprengsatz während einer schiitischen Trauerfeier zündete. Bekannt hat sich zu der Tat bisher noch niemand, doch liegt es nahe, dass der Anschlag gegen die schiitische Minderheit der Turkmenen im Nordosten des Iraks gerichtet war.
  • Auch in den USA hat ein katholisches Krankenhaus zurzeit mit heftiger Kritik zu kämpfen. Um sich vor Gericht zu verteidigen, hatte ein Krankenhaus in Colorado argumentiert, dass die 7 Monate alten Föten, welche durch einen Notkaiserschnitt eventuell hätten gerettet werden können, nach Staatsgesetz noch keine Menschen waren. Dies widerspricht jedoch dem Standpunkt der katholischen Kirche, dass menschliches Leben ab der Zeugung für beseelt erklärt.
  • In London ist die Lücke zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen durch die Entstehung von nahezu ausschließlich von Muslimen bewohnten Vierteln größer geworden. Die für Glauben und Gemeinschaft zuständige Ministerin Baronin Sayeeda Warsi sprach von einem Nährboden für extremistische Ansichten auf beiden Seiten. Einer YouGov Meinungsumfrage zufolge, sind 77 Prozent der Briten der Meinung, Islam stelle eine Gefahr für die westliche Gesellschaft dar und für 76 Prozent passt der Islam nicht zur britischen Lebensweise.
  • Um gegen die chinesische Besetzung zu protestieren, haben sich seit dem vergangenem Jahr immer wieder Tibeter selbst verbrannt. Nun steht diese Praktik kurz davor einen traurigen Rekord von 100 Toten zu erreichen.
  • Der Berliner Erzbischof Woelki möchte das katholische Profil der Hauptstadt stärken und hat die Idee einer katholisch-theologischen Fakultät angestoßen. Es wäre die erste katholische Theologie in Berlins Geschichte.
  • Nach dem Vorfall in zwei katholischen Krankenhäusern, die ein Vergewaltigungsopfer nicht als Patientin aufgenommen haben, gibt es von katholischer Seite Überlegungen einzelner Personen, bestimmte Arten der “Pille danach” zu akzeptieren.

Flattr this!